Warum für mich jeder Anfang Kunst ist
Kreativität beginnt nicht an Fixdaten, sondern in flüchtigen Momenten der Wahrnehmung. Ein persönlicher Text über Gedanken, Gefühle und den Mut zum eigenen Ausdruck.


Der Zauber des Anfangs
Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Für mich als Künstler ist dieser Satz kein Neujahrsritual, sondern ein oftmaliger Zustand. Für mich ist dieses Sprichwort nicht nur an Jahreswechsel oder spezifische Fixdaten gebunden. In jedem Moment eines kreativen Gedankenblitzes, einer fantasievollen Assoziation in meinem Gehirn, einer ungewöhnlichen Verschaltung von Eindrücken durch die Kraft intensiver Wahrnehmung, starker Emotion und Reflexion, liegt ein zauberhafter Anfang für ein neues Artefakt der Kunst.
Wenn Wahrnehmung zur Kommunikation wird
Sei es ein seichter Sonnenstrahl, der durch eine knorrige, vom Schnee überwältigte Fichte bricht und eine farbenfrohe Konstellation auf der Straße ausbreitet, oder ein Blick im öffentlichen Nahverkehr von einer fremden Person, der mich in einem fragilen Momentum taxiert und dann entweicht, Kommunikation findet statt. Eine Kommunikation, die für den fühlenden, manchmal auch zu viel fühlenden Menschen eine kreative Gedankenkette evozieren kann.
Gedanken als Gärung
All dies markiert den Anfang von etwas Neuem, das schnell fallengelassen werden kann oder sich gleichsam zu einem gedanklichen Pulk verdichtet. Es ist die berüchtigte gedankliche Gärung von etwas, dessen Ausgang wir nicht voraussagen können, das jedoch eine entzündende Wirkung für ein neues Kunstwerk entfalten kann.
Die bekannte und ebenso oft als berüchtigt titulierte Philosophin Hannah Arendt sagte einst in einem ihrer letzten öffentlichen Statements:
Kreativität als Möglichkeitsraum
In dem Satz von Hannah Arendt liegt eine radikale Freiheit. Denken ist kein sicherer Raum, kein abgeschlossener Prozess mit vorhersehbarem Ergebnis. Kreativität ist für mich ein Meer der Möglichkeiten. Sie ist losgelöst von dem, was wir als Realität erachten. Wirklichkeit konstituiert sich durch das, was ich fühle, denke und kommuniziere. Das ist bei jedem Menschen einzigartig.
So offenbart sich die Einzigartigkeit eines Kunstwerks, die Quintessenz des kreativen Schaffens, die zu Ende gedachte Idee in Form von Ausdruck.
Für mich ist dieses Universum an Möglichkeiten eine Chance für jeden Menschen. Eine Chance, sich auszudrücken, Gefühle zu zeigen, die durch bloße Worte versagen könnten.
Ein Wunsch für 2026
So wünsche ich mir für dieses neue Jahr 2026, dass sich immer mehr Menschen auf ihren eigentlichen, urtümlichen Ausdruck, letztlich auf ihr Gefühl, verlassen lernen und Teil der Kunst werden. Für mich kann jeder Mensch Kunst machen, sich kreativ ausdrücken.
Klassische und dogmatische Formen behaupten leider noch immer, es gäbe ein „richtig“ oder „falsch“, ein „gut“ oder „schlecht“, ein klassisches Schönheitsideal als Maßstab für Wertigkeit in der Kunst. Verlasse dich stattdessen immer mehr auf dich selbst. Diesen Weg versuche ich zu beschreiten. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger gut. Suche deine eigene kreative Lösung für ein Problem, für eine Krise und zeichne einfach einmal ein Bild davon.
Und sei es nur für dich gemacht.
Denn du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.
Schreibe mir gerne deine Meinung zu meinen Gedanken auf Instagram oder den anderen Kanälen!


